Obwohl die Deutsche Jugendfeuerwehr als Jugendorganisation sehr jung ist, ihre Gründung erfolgte erst am 31. Oktober 1964 in Berlin, gab es in Deutschland bereits viel früher Jugendliche, die sich der Feuerwehr anschlossen.

So wurde die Jugendfeuerwehr Merklinde im März 1929 gegründet. Seit ihrer Gründung im März 1929 hat es für die frühere Kinder- und heutige Jugendfeuerwehr Merklinde viele Höhen und Tiefen gegeben. Leider sind die meisten der alten Unterlagen und Dokumente verloren gegangen und so ergibt es sich, dass als einziger Nachweis für das 75jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr ein Originalzeitungsartikel aus dem Jahre 1929 vorhanden ist, in dem die Jugendfeuerwehr nicht nur erwähnt, sondern ausdrücklich beschrieben und mit einem imposanten Foto dargestellt wird. Die damaligen Mitglieder waren:

Name, Vorname

Name, Vorname

Becker, Hans

Rottmann, Heinz

Fels, Josef

Rottmann, Wilhelm

Gröne, Josef

Schrimpf, Fredi

Gronemann, Heinz

Schween, Eugen

Katt, Hermann

Söding, Heinz

Kurtenbach, Wilhelm

Steven, Karl

Meyer, Herbert

Torbrügge, Wilhelm

Mörchen, Karl

Wischemann, Dietrich

Röttgermann, Wilhelm

Wischemann, Friedrich

Bild: JF 1929

Fest steht: Die Jugendfeuerwehr Merklinde ist eine der ältesten Jugendfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland.

Ihre Geschichte gleicht sich mit der Geschichte von vielen anderen Jugendeinrichtungen in dieser Zeit. Wirtschaftskrise, Diktatur und Krieg führten immer wieder zur Lähmung und schließlich zur vorübergehenden Einstellung ihrer Aktivitäten.

Damals wurden die jungen Feuerwehrmänner von dem ersten und zweiten Brandmeister sowie von ausgewählten, altgedienten Oberfeuerwehrmännern geführt und ausgebildet. Obgleich man diese Ausbildung mit der heutigen Auffassung von Jugendarbeit nicht vergleichen kann, bot die Feuerwehr für damalige Verhältnisse vielseitige Möglichkeiten. Trotz ihrer sehr an das Militärische angelehnten Struktur, war die Feuerwehr immer eine starke Gemeinschaft, die gerade in den schweren Zeiten den nötigen Halt bot. Außerdem fanden viele Söhne und Enkel von aktiven Feuerwehrmännern ihren Weg in die Feuerwehr, so dass die so genannte ”Feuerwehrfamilie” zu einer Tradition wurde, die auch heute noch besteht.

Nach dem Krieg folgte der Wiederaufbau, nicht nur der von zerstörten Gebäuden, sondern auch die Wiederaufnahme der Jugendarbeit bei der Feuerwehr in Merklinde. Zum 50jährigen Bestehen des Löschzuges Merklinde im Jahre 1954 nahm erstmals wieder eine Gruppe der Kinderwehr an einer Großübung teil. Damals waren es die ”Alten”, die sich um die Jungen kümmerten.

Später dann wurde Willi Rottmann Jugendfeuerwehrwart und nahm die Zügel in die Hand. Er führte die entsprechenden Übungen durch und brachte den jungen Männern die Grundkenntnisse für den Brandschutz bei. Während einer personellen Flaute waren er und Heinrich Franke es, die durch massive Werbeaktionen in den Schulen für neuen Nachwuchs und somit für neuen Schwung in der Jugendfeuerwehr sorgten. Im Jahre 1972 schied Willi Rottman aus dem Dienst aus und Heinz-Wilhelm Franke wurde neuer Jugendfeuerwehrwart in Merklinde.

Mit viel Fleiß, Ehrgeiz und Engagement wurde nun weiter geübt. Und mehr noch, es folgte die Zeit der ersten Wettkämpfe auf Kreisebene. Aufgrund der dort erzielten, guten Platzierung erfolgte anschließend die Teilnahme am Bundeswettkampf auf Landesebene. Es war die Zeit der langen Haare, der Schlaghosen und der Plateausohlen und es war die Zeit einer neuen Freiheit der Jugend. Es war aber auch eine Blütezeit für die Jugendfeuerwehr in Merklinde. Obwohl viele der damaligen Jugendlichen zusätzlich noch im Fußballverein spielten und einige von den Jungs zusammen einen wilden Haufen ergaben, gelang es Heinz Franke aus dieser Truppe eine starke Gruppe zu formen. In den 70er Jahren bis Anfang der 80er Jahre fand Heinz Franke Unterstützung durch Rolf Wischemann und Heinz-Walter Schäper.

Nach seiner Übernahme aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr im Jahre 1983 stieg auch Torsten Franke mit großem Tatendrang in die Jugendarbeit ein und avancierte nach dem Ausscheiden von Heinz-Walter Schäper zum stellvertretenden Jugendfeuerwehrwart. Zusammen mit Ronald Schafferhans, der sich 1985 den beiden Frankes anschloss, wurde die Jugendarbeit erfolgreich fortgeführt und die feuerwehrtechnische Ausbildung den veränderten Lebensumständen angepasst.

Wie bereits in früheren Zeiten wurden Fahrten unternommen, Zeltlager durchgeführt und natürlich Wettkämpfe bestritten. Zwar wurden auch in dieser Zeit gute Ergebnisse, wie der zweite oder dritte Platz erzielt, doch zu einer Teilnahme auf Landesebene kam es seither nicht mehr. Höhepunkte damals wie heute sind die Teilnahme an der ”Aktion Tannenbaum”, die Erlangung der Leistungsspange und die Ferienfreizeiten in Herforst/Eifel.

Trotz der erfolgreichen Arbeit und der gewachsenen Anerkennung in der Gemeinde hatte die Jugendfeuerwehr auch in den achtziger Jahren mit Personalproblemen zu kämpfen. Die Existenz der Gruppe war zwar zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr, doch war dies nur der Weitsicht und dem ständigen Einsatz des Jugendwartes und seines Teams zu verdanken.

Eine Maßnahme die Gruppe zu verstärken lag darin, dass ab dem Jahre 1987 auch Mädchen in die bisher von Männern dominierte Feuerwehr von Merklinde aufgenommen wurden. Die anfangs erhobenen Bedenken und die befürchteten Probleme hatten sich schnell in Nichts aufgelöst bzw. waren nicht aufgetreten und die Mädchen bewiesen sehr eindrucksvoll, dass auch sie Leistungsträger in der Jugendfeuerwehr sind. Es ist selbstverständlich geworden, dass Mädchen und Jungen mit gleichen Rechten, Pflichten und den gleichen Anforderungen in der Jugendfeuerwehr und anschließend bei den Aktiven, ihren Dienst verrichten. Und das ist gut so!

Am 17. September 1994 übergab Jugendfeuerwehrwart Heinz-Wilhelm Franke im Rahmen eines Festakts das Amt an seinen langjährigen Stellvertreter Torsten Franke und dessen Vize Ronald Schafferhans. Am 2. November 1996 wurde Torsten Franke zum Löschzugführer des Löschzuges Merklinde ernannt und musste daher die Jugendarbeit aufgeben. In diesem Zusammenhang übergab er die Verantwortung für die Jugendfeuerwehr in die Hände seines langjährigen Weggefährten Ronald Schafferhans, der die Tätigkeit als Jugendfeuerwehrwart bis zum 4. Februar 2001 ausübte. In seiner Amtszeit wurde er vornehmlich von den Kameraden Frank Groß, Mark Gerhardt und Michaela Böttcher unterstützt. Seit dem 5. Februar 2001 wird die Jugendarbeit durch Michael Marien wahrgenommen.

Die Jugendfeuerwehr in Merklinde trifft sich alle zwei Wochen dienstags um 18.00 Uhr im Gerätehaus an der Wittener Straße. Bei der heutigen Jugendarbeit rund um das Thema Feuerwehr lernt der Nachwuchs nach und nach, was ein C-Rohr ist und wie ein Löschangriff aufgebaut wird. Doch nicht nur die Feuerwehrausbildung wird den Jugendlichen vermittelt, denn die Jugendfeuerwehr ist auch eine Jugendgruppe. So gehören Basteln, Sport, Besichtigungen und gemeinsame durchgeführte Freizeiten ebenfalls zu den regelmäßigen Aktivitäten der Gruppe. In der Öffentlichkeit präsentieren sich die Jugendlichen auf Schulfesten, Straßenfesten und ähnlichen Veranstaltungen. Auch für die aktive Wehr kommt der Jugendfeuerwehr als Nachwuchsorganisation eine große Bedeutung zu, stammt doch eine große Zahl der heute im Löschzug aktiven Kräfte selber aus Reihen der Jugendfeuerwehr.

Mit der Jugendarbeit wird ein Beitrag zum Fortbestand des Löschzuges Merklinde geleistet und das bedeutet somit eine Investition in die Zukunft.

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